Sandt
Jakob Sandt gründete 1867 seine Manufaktur zum Bau und Reparatur von Maschinen und Werkzeugen für die Schuhindustrie in der deutschen Schuhmetropole Pirmasens. Da in der Schuhindustrie nicht nur Leder, sondern auch Materialien wie Textilien, Kunststoffe und Pappe verarbeitet werden, erschlossen sich schnell auch weitere Industriebereiche und man konzentrierte sich bei Sandt auf die Entwicklung und den Bau von Stanzmaschinen. Man erkannte bei Sandt schnell die Vorteile der hydraulischen Kraftübertragung und begann bereits 1930 mit dem Bau der ersten hydraulischen Antriebe, Pumpen und Steuerelemente. Nach dem Wiederaufbau, des im zweiten Weltkrieg zerstörten Werkes, setzte sich diese Technologie durch und führte zu einer raschen Entwicklung und Variationsvielfalt im Bereich der Stanzmaschinen. In den 70´er und 80´er Jahren des letzten Jahrhunderts, wurde die Automobil- und insbesondere die Automobilzulieferindustrie mit ihren Anforderungen zum rationellen Einsatz und Automatisierung von Stanzmaschinen und Anlagen als Kundenkreis immer stärker von Bedeutung.
Schön
Der Kaufmann Johannes Schön und der Ingenieur Max Grund gründeten 1910 das Unternehmen Schön, zum Bau von Schuhmaschinen in Pirmasens. Parallel zu Sandt entwickelte man eigene Antriebe, welche zuerst nur in der Schuhindustrie Anwendung fanden. 1950 wurde von Schön die weltweit erste hydraulische Schwenkarmstanzmaschine auf dem Markt vorgestellt. Durch die Anforderung, komplette Schuhfabriken auszustatten und die damit verbundenen Neuentwicklungen, gewannen nach und nach auch andere Branchen an Bedeutung. 1967 wurde ein Kooperationsvertrag mit dem ungarischen Maschinenbauunternehmen KAEV geschlossen, die Übernahme als zusätzliche Produktionsstätte Schön erfolgte 1991. Ende der 60er Jahre startete Schön mit der Entwicklung der ersten elektronischen CNC-Steuerung, welche im darauffolgenden Jahrzehnt die bis dahin übliche mechanische Nockensteuerung ablöste und besonders im Bereich der automatischen Karrenbalkenstanzen Anwendung fand. Auch bei Schön gewann die Automobil- und deren Zulieferindustrie immer mehr an Bedeutung, was beide Unternehmen immer stärker in direkten Wettbewerb brachte.
Schön & Sandt
Im Jahr 1996 fusionierten beide Unternehmen mit der Übernahme der Aktienmehrheit durch die Schön & Cie AG. Dies führte zu einer Weiterentwicklung der bisherigen Stanzmaschinenpalette, bei der die besten Konstruktionsmerkmale beider Unternehmen in neue Maschinentypen einflossen. Aufgrund der angespannten finanziellen Lage, infolge der Banken- und Wettbewerbssituation am Markt, war die Insolvenz des Unternehmens im Frühjahr 2007 unvermeidbar.
schoen + sandt machinery
Eine kleine Gruppe privater Investoren erwarb im Mai 2007 die Vermögenswerte und das Geschäft der insolventen Schoen + Sandt Maschinenbau GmbH. Im gleichen Jahr wurden die Vermögenswerte und das Geschäft der in Insolvenz befindlichen Leiner Stanztechnik GmbH und TSM übernommen und in die schoen + sandt machinery GmbH integriert. Dies führte zu einem weiteren Schub an konstruktiven Überarbeitungen, Weiterentwicklungen und Neuentwicklungen im Bereich Stanzmaschinen.



